PVZ Spittal: Neues Gesundheitszentrum nimmt Gestalt an

Aus einer Baustelle soll schon in wenigen Monaten ein zentraler neuer Anlaufpunkt für die Gesundheitsversorgung in Oberkärnten werden: In Spittal an der Drau startet nun der Innenausbau des künftigen Primärversorgungszentrums (PVZ) im Porcia Center. Im Frühjahr 2027 soll die neue Einrichtung, die von der Diakonie de La Tour betrieben wird, ihre Türen öffnen. Bei einer Bau-Visite überzeugten sich heute, Mittwoch, Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gesundheitsbereich, der Politik und der Region vom Fortschritt des Projekts.

Leistungen gebündelt unter einem Dach

„Wer heute hier durch die Baustelle geht, kann bereits gut erkennen, was hier entsteht: ein modernes Gesundheitszentrum, das viele unterschiedliche Kompetenzen unter einem Dach zusammenführt“,

sagt Gesundheitslandesrätin Beate Prettner.

„Für die Menschen in Spittal und im gesamten Raum Oberkärnten entsteht damit ein zusätzliches, wohnortnahes und gut erreichbares Angebot – ein Ort, an dem unterschiedliche Gesundheitsberufe eng zusammenarbeiten und die Menschen möglichst viele Leistungen gebündelt vorfinden.“

Investition von rund zwei Millionen Euro

Auf insgesamt rund 500 Quadratmetern entstehen Ordinations-, Therapie- und Behandlungsräume, ein Wartebereich sowie ein Labor. Rund zwei Millionen Euro werden investiert, wobei der Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) mit einer Anschubfinanzierung über 180.000 Euro unterstützt. Zusätzlich wurden EU-Fördermittel über das AWS in Höhe von rund 750.000 Euro zugesagt. Der laufende Betrieb wird gemeinsam von Sozialversicherung, Land Kärnten und KGF getragen.

65 Stunden in der Woche geöffnet

Ein wesentlicher Vorteil des neuen PVZ sind die umfangreichen und verlässlichen Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag wird es von 7 bis 19 Uhr, zusätzlich am Samstag von 7 bis 12 Uhr, geöffnet haben.

„Insgesamt stehen damit 65 Öffnungsstunden pro Woche zur Verfügung – ein echter Gewinn für die Bevölkerung“,

unterstreicht Prettner.

„Wer arbeitet, Kinder betreut oder Angehörige pflegt, soll Arztbesuche und andere gesundheitliche Anliegen besser mit dem Alltag vereinbaren können. Genau hier setzen PVZ an.“

Gleichzeitig könne die gut erreichbare erste Anlaufstelle mit erweiterten Öffnungszeiten dazu beitragen, Spitalsambulanzen zu entlasten.

Personalsuche läuft

Das PVZ Spittal wird von einem multiprofessionellen Team getragen, flexible Arbeitszeitmodelle sollen das PVZ als attraktiven Arbeitgeber positionieren. Die Personalsuche läuft parallel zum Bau auf Hochtouren. Im Kernteam sind drei Vollzeitstellen in der Allgemeinmedizin, drei DGKP-Stellen (Pflege) sowie drei für die Ordinationsassistenz vorgesehen. Ergänzt wird das Angebot durch Ergotherapie mit 30 Wochenstunden, Logopädie (30 Stunden), Diätologie (20), Klinische Psychologie bzw. Psychotherapie (20) sowie Sozialarbeit (70).
Astrid Körner, Rektorin der Diakonie de La Tour, erklärt:

„Gesundheit braucht Vielfalt. Im neuen PVZ bringen wir unterschiedliche Gesundheitsberufe unter einem Dach zusammen und arbeiten gleichzeitig in Kooperation mit den bestehenden Angeboten in der Region. So entsteht eine gut vernetzte, multiprofessionelle Versorgung für die Menschen in Spittal und der Region.“

Neues Angebot: „Social Prescribing“

Im Rahmen der Sozialarbeit wird auch das innovative „Social Prescribing“ angeboten, das über die Gesundheit Österreich GmbH gefördert wird.

„Es handelt sich um ein innovatives, ganzheitliches Gesundheitskonzept: Neben der medizinischen Behandlung werden gezielt soziale Angebote wie Bewegungsgruppen, Beratungsangebote oder Freizeitaktivitäten in der Region vermittelt. Das stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch Lebensqualität, Teilhabe und Gemeinschaft. Besonders bei psychosozialen Belastungen zeigt sich: Gesundheit entsteht dort, wo medizinische und soziale Unterstützung zusammenwirken“,

betont Körner.

Stärkung der Gesundheitsversorgung in Oberkärnten

„Der Ausbau der Primärversorgung ist auch für die ÖGK ein zentraler Schwerpunkt. Als wesentliche Finanzierungspartnerin leisten wir unseren Beitrag dazu, dass auch neue, zukunftsorientierte Versorgungsstrukturen wie diese entstehen. Mit dem PVZ Spittal investieren wir gemeinsam in eine nachhaltige Stärkung der Gesundheitsversorgung in Oberkärnten“,

unterstreicht ÖGK-Landesstellenleiter Gerald Raunig.

Gewinn für die Stadt – und die Region

Auch Bürgermeister Gerhard Köfer sieht im neuen PVZ einen wichtigen Gewinn für die Stadt und die Gesamte Region:

„Hier entsteht ein modernes Gesundheitsangebot, das zentral erreichbar ist und die bestehenden Strukturen sinnvoll ergänzt. Besonders freut mich, dass damit die medizinische Versorgung für die Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus weiter gestärkt wird.“

Das PVZ Spittal ist Teil des weiteren Ausbaus der Primärversorgung in Kärnten. Bis 2030 sollen landesweit insgesamt 15 Gesundheitszentren etabliert werden, im Bezirk Spittal sind zwei weitere PVZ fix vorgesehen.